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Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden: «Politik muss verständlicher werden»

Autorenbild: Marcel Baumgartner
Marcel Baumgartner
2. Juli
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Mit der Wahl von Andrea Abderhalden zur Kantonsratspräsidentin dürfte das Toggenburg schon bald die höchste politische Vertreterin des Kantons St.Gallen stellen. Die FDP-Politikerin aus Nesslau, die seit dem vergangenen Jahr das Amt der Vizepräsidentin ausübt, gilt turnusgemäss als designierte Präsidentin für das Amtsjahr 2026/27. Die Nesslauer FDP-Politikerin möchte Brücken zwischen Tradition und Fortschritt schlagen.


Andrea Abderhalden aus Nesslau übernimmt das Präsidium des St.Galler Kantonsrates und möchte während ihres Amtsjahres Tradition und Fortschritt miteinander verbinden.
Andrea Abderhalden aus Nesslau übernimmt das Präsidium des St.Galler Kantonsrates und möchte während ihres Amtsjahres Tradition und Fortschritt miteinander verbinden.

Mit Andrea Abderhalden übernimmt eine bodenständige Politikerin aus dem Toggenburg das Präsidium des St.Galler Kantonsrates. Die FDP-Kantonsrätin aus Nesslau will während ihres Präsidialjahres nicht nur den Ratsbetrieb leiten, sondern auch den Dialog zwischen Politik und Bevölkerung stärken. Ihr Motto: «Fortschritt und Tradition verbinden».


Für Andrea Abderhalden ist die Wahl zur Kantonsratspräsidentin weit mehr als ein politischer Karriereschritt. «Dieses Amt ist für mich eine sehr grosse Ehre und gleichzeitig eine grosse Verantwortung», sagt sie. Die Wahl sei Ausdruck des Vertrauens, das ihr die Kolleginnen und Kollegen im Kantonsrat entgegenbringen würden.

Mit der höchsten politischen Funktion im Kanton rückt gleichzeitig auch das Toggenburg stärker in den Fokus. Abderhalden betont, dass ihre Herkunft ihre politische Haltung wesentlich geprägt habe. «Das Toggenburg ist meine Heimat. Diese Bodenständigkeit prägt auch meine Politik», sagt sie. Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung wolle sie auf Respekt, Zuhören und Sachlichkeit setzen.


Zwischen Tradition und Moderne

Die FDP-Politikerin gehört seit fünf Jahren dem Kantonsrat an, nachdem sie zuvor bereits kommunalpolitische Erfahrung gesammelt hatte. Die Verbindung zwischen lokaler und kantonaler Ebene empfindet sie bis heute als besonders spannend. «Mich motiviert die Möglichkeit, aktiv etwas zu bewegen und Lösungen mitzugestalten», erklärt sie.


Ihr Präsidialjahr stellt sie unter das Motto «Fortschritt und Tradition verbinden». Damit wolle sie aufzeigen, dass sich wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht ausschliessen müssten. Gerade im Toggenburg beschäftigten die Menschen Fragen rund um Arbeitsplätze, Infrastruktur und die Zukunftsperspektiven junger Menschen besonders stark.


Als Präsidentin möchte Andrea Abderhalden den Kantonsrat näher an die Bevölkerung bringen. Politik müsse verständlicher und greifbarer werden. «Wir müssen unsere Arbeit besser erklären und den direkten Austausch suchen – sei es über Veranstaltungen oder digitale Formate», sagt sie. Ziel sei es, politische Prozesse transparenter und zugänglicher zu machen.



Herausforderungen für den Kanton

Zu den grossen Herausforderungen des Kantons St.Gallen zählt Abderhalden die finanzielle Stabilität, die Gesundheitsversorgung, die Energiepolitik sowie die Balance zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen. Dafür brauche es langfristige Planung und konstruktive Zusammenarbeit.


Auch der Zusammenhalt zwischen Stadt und Land beschäftigt die designierte Kantonsratspräsidentin. Regionen ausserhalb der Zentren dürften nicht abgehängt werden. «Es braucht gegenseitiges Verständnis und faire Rahmenbedingungen», betont sie. Gute Verkehrsverbindungen und eine ausgewogene Entwicklungspolitik seien entscheidend.


Als Vertreterin der FDP liegen ihr liberale Grundwerte besonders am Herzen. Dabei hebt sie vor allem Eigenverantwortung und Gemeinsinn hervor. Jeder Mensch solle Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, gleichzeitig aber auch einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten – sei es im Vereinsleben, im Sport oder im sozialen Engagement.


Ein besonderes Anliegen ist ihr zudem die Förderung von Frauen in der Politik. Zwar habe sich die Situation in den vergangenen Jahren verbessert, dennoch gebe es weiterhin Potenzial. Gerade auf kommunaler Ebene wolle sie Frauen ermutigen, politische Verantwortung zu übernehmen und für Ämter zu kandidieren.

Am meisten freut sich Andrea Abderhalden im bevorstehenden Präsidialjahr auf die Begegnungen mit Menschen im ganzen Kanton. Und wenn sie am Ende ihrer Amtszeit Bilanz zieht, dann wünscht sie sich vor allem eines: «Ein Jahr, das von Respekt und konstruktiver Zusammenarbeit geprägt war.»


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